Auhausen

Auhausen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern.

Geografie

Auhausen ist die nördlichste Gemeinde im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und liegt am Rand des Nördlinger Rieses, ca. 6 km nördlich von Oettingen. Westlich fließt der Fluss Wörnitz vorbei, am Südrand der Bruckbach, der südwestlich in die Wörnitz mündet. Rund um Auhausen finden sich zahlreiche Erholungsgebiete und historische Städte.

Es existieren die Gemarkungen: Auhausen, Dornstadt, Lochenbach sowie das außermärkische (gemeindefreie) Gebiet im Oettinger Forst/Linkersbaindt. Zu Auhausen gehören auch die Weiler Wachfeld, Heuhof, Pfeifhof und Zirndorf.

Siehe auch: Burgstall Dornstadt

Geschichte

Auhausen wird urkundlich erstmals im Jahre 959 erwähnt, als Otto I. am 12. Juni seinem Getreuen Hartmann das dem Ernst gerichtlich entzogene Eigengut in Auhausen und Westheim schenkt. 1136 erwähnt Papst Innozenz II. (1130–1143) Auhausen in einem Privileg für das schon bestehende Kloster. Die genaue Gründung des Ortes kann wie auch die des Benediktinerklosters nicht urkundlich belegt werden. Dennoch kann aus historischen und ortsnamenkundlichen Gründen die (fränkische) Ortsgründung in das 9. Jahrhundert, möglicherweise als Ausbausiedlung von Westheim oder Geilsheim, gewiesen werden. Für die Klostergründung können die Jahre zwischen 1129 und 1133 angenommen werden, denn der Gründer, Hartmann von Auhausen, erscheint urkundlich Februar 1133 als Zeuge des Naumburger Bischofs im Saaletal. Hier begründeten er, seine drei Söhne und die Enkel die Dynastie der Herren von Lobdeburg mit neuem Stammsitz in und später oberhalb Jena-Lobeda. Den Besitz an der Wörnitz übergab er bis auf Gütersplitter dem neuen Kloster. Die edelfreien Herren von Auhausen sind mit Lücken von 959 bis 1129 im Zusammenhang mit Auhausen bzw. Alerheim (nur Burggrafenamt) fassbar. Der Weggang der Herren von A. machte die Bewohner für Jahrhunderte zu Untertanen des Klosters. [2]

Zur Klostergeschichte bis 1534 siehe Sturm in Lit.

Aufständische Bauern verwüsteten das Kloster während des Bauernkriegs im Mai 1525.[3] 1530 floh der letzte Abt Georg Truchseß von Wetzhausen nach Eichstätt. Das inzwischen ansbachisch gewordene Kloster schloss sich der lutherischen Lehre an und wurde 1537 aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche.

1608 schlossen sich die protestantischen Fürsten des Reiches im Kloster Auhausen zum Schutzbündnis der Protestantischen Union zusammen. Die Klostergebäude selbst wurden im 19. Jahrhundert großenteils abgerissen. Bei preußisch-oettingischen Grenzbereinigungen 1796 fiel das ansbachische Klosteramt an die Grafen Oettingen-Spielberg und damit bei deren Mediatisierung mit der Rheinbundakte 1806 an das Königreich Bayern. Hier wurde das ehemals fränkische Auhausen zusammen mit Oettingen dem schwäbischen Oberdonaukreis bzw. dem späteren Regierungsbezirk Schwaben zugeordnet. 2008/2009 war Festjahr zur 1050. Jahresfeier der ersten urkundlichen Erwähnung von Auhausen und des 400. Jahrestages der Gründung der Protestantischen Union von Auhausen 1608.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lochenbach eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam Dornstadt hinzu.

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Maria: Ehemalige Klosterkirche, dreischiffige romanische Basilika mit gotischem Chor und charakteristischer Doppelturmfassade. Siehe für Kirchenbau und Ausstattung die Angaben in Dehio, S. 151–154 in Lit.
    • Hochaltar von 1513 von Hans Schäufelin[5]
    • Pfeilerfresken: u. a. hl. Kümmernis [6], hl. Antonius Abbas (Antoniterorden) mit Schweinchen, letztes Drittel des 15. Jahrhunderts.
    • Wandmalereien
    • Werke von Loy Hering, Eichstätt, und seiner Werkstatt: Wetzhausen-Denkmal u. Sakramentarium 1521, Grabstein Georg Truchseß von Wetzhausen bis 1530.
    • Holzdecke im Hauptschiff des Langhauses 1542 mit Grisaillemalerei von Jesse Herlin, Nördlingen.
    • altes Chorgestühl von 1420 im nördlichen Ausbau (Seitenkapelle).
    • Gestühl im Chor 1519 von Melchior Schabert, Donauwörth.
    • Stiftergrabmal 1542 von Hans Fuchs, Nördlingen
    • Orgel von Georg Martin Gessinger, Rothenburg ob der Tauber, mit Prospekt von 1776 und alter hoher Chorstimmung. 1976/77 von Steinmeyer, Oettingen renoviert unter Hinzufügung eines zweiten Manuals.
  • Schloss Hirschbrunn (Ortsteil Dornstadt), erbaut von Peter und Hans Alberthal, im Besitz des fürstlichen Hauses Oettingen-Spielberg (nicht zu besichtigen), mit Schloßkapelle (zu besichtigen während der Gottesdienstzeiten).

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 im produzierenden Gewerbe 101 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 381. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.191 ha, davon waren 810 ha Ackerfläche und 380 ha Dauergrünfläche.

Verkehr

Auhausen liegt an der Bahnstrecke Nördlingen–Gunzenhausen, auf der derzeit kein regulärer Personenverkehr stattfindet. Die Staatsstraße St 2221 durchquert den Ort und verbindet ihn mit Öttingen im Süden und Wassertrüdingen im Norden.

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