Deiningen

Deiningen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Deiningen liegt im Zentrum des Rieskraters. Zu Deiningen gehört außer dem Hauptort noch der Gutshof Klosterzimmern, der an das im 16. Jahrhundert säkularisierte ehemalige Zisterzienserinnenkloster Zimmern erinnert. Die Gemeinde grenzt im Westen an das Stadtgebiet von Nördlingen an.

Geschichte

Schon in der Frühgeschichte sind Siedlungen aus der Zeit der Urnenfelderkultur (1300 bis 800 v. Chr.) und aus der La-Tène-Zeit (480 bis etwa 15 v. Chr.) nachweisbar. In einer vom Frankenkönig Pippin III. unterzeichneten Urkunde von 760 wird die Schenkung der Villa Thininga im Riesgau am Egerfluss mit allen Ländereien, Leuten und Rechten an das im Auftrag des Hl. Bonifatius gegründete und dem hochheiligen Erlöser geweihte Kloster Fulda beglaubigt. Der Königshof aus ca. 50 Familien (Leibeigenen wie Halbfreien) hatte neben Viehbestand und Land acht Mühlen und drei Kirchen, von denen die Kirche St. Ottilien nicht mehr existiert. Damit gehörte Deiningen bis ins 13. Jahrhundert zum Kloster Fulda und gelangte danach in den Besitz der fränkisch-schwäbischen Grafen von Oettingen. Die Hochgerichtsbarkeit und die Dorfherrschaft teilten sich die Herrschaftshäuser Oettingen-Oettingen mit dem Oberamt Harburg und Oettingen-Wallerstein mit dem Oberamt Wallerstein. Während die Grafschaft Oettingen-Wallerstein in der Reformation katholisch blieb, wurde von den Grafen von Oettingen-Oettingen die neue Lehre eingeführt. Dies bewirkte, dass der wallersteinische (südlich gelegene) Ortsteil von Deiningen katholisch blieb und der nördliche oettingische Ortsteil sich dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis zuwandte. Beide Konfessionen nutzten die im katholischen Teil stehende Pfarrkirche als Simultankirche. 1961 erhielt die evangelische Gemeinde eine eigene Kirche. Nördlich von Deiningen liegt an der Eger die Ortschaft Klosterzimmern mit dem 1245 gegründeten, ehemals reich begüterten Frauenkloster des Zisterzienserordens. Dieses Kloster wurde in der Reformationszeit säkularisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen des Ortes ist die unter Denkmalschutz stehende Brücke über die Eger. Die Martinskirche mit ihrer barocken Ausstattung ist als ehemalige gotische Wehrkirche sehenswert. Von 1616 bis 1961 diente sie als Simultankirche beiden Konfessionen. Die ehemalige Klosterkirche im nördlich von Deiningen gelegenen Ortsteil Klosterzimmern aus dem 13. Jahrhundert bildet ein Kulturdenkmal ersten Ranges, auch wenn die Innenausstattung inzwischen leider ausgeräumt ist.

Verkehr

Deiningen liegt zwei bis drei Kilometer südöstlich der Bundesstraße 466 Heidenheim an der BrenzSchwabach.

Deiningen war Bahnstation an der 1903 eröffneten ehemaligen Bahnstrecke Nördlingen–Wemding, auf der bis 1981 Personenzüge fuhren. Heute ist der nächste Bahnhof Nördlingen an der Riesbahn AalenDonauwörth, etwa sechs Kilometer westlich von Deiningen.

Öffentliche Einrichtungen

Neben der alten katholischen St. Martinskirche (Bistum Augsburg) gibt es die evangelische Erlöserkirche.

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