Mönchsdeggingen

Mönchsdeggingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Geografie

Mönchsdeggingen liegt in der Region Augsburg am Südrand des Nördlinger Ries. Im Süden grenzt es an den Landkreis Dillingen.

Es existieren folgende Gemarkungen: Merzingen, Mönchsdeggingen, Rohrbach, Schaffhausen, Untermagerbein und Ziswingen.

Geologisch gehört das Gebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur mehr hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.

Geschichte

zur Geschichte des Klosters siehe: Kloster Mönchsdeggingen

Deggingen wurde erstmals 1007 in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. erwähnt, in der der Ort – bis dahin vermutlich Reichs- oder Ottonisches Hausgut – als Gründungsaustattung dem Hochstift Bamberg übergeben wurde. Die Oberlehenshoheit Bambergs blieb trotz wechselnder faktischer Machtverhältnisse bis zum Ende des Alten Reiches unbestritten.

Das Kloster hatte umfangreichen Besitz und zahlreiche Rechte (u. a. das Patronat der Pfarrkirche St. Georg) im Dorf. Nachdem die Grafen von Oettingen den Herren von Hürnheim als Klostervögte folgten, entglitten Kloster und Ort zunehmend dem hochstiftlichen Einfluss – Mönchsdeggingen wurde in die Grafschaft Oettingen integriert. Bei den Teilungen des Hauses Oettingen blieb die Vogtei als Recht bei der katholischen Linie Oettingen-Wallerstein, das Dorf selber gehörte zu Oettingen-Oettingen. Letztere führten vor Ort im 16. Jahrhundert die Reformation ein; das Kloster blieb jedoch davon unberührt. Das hatte kuriose Folgen, da das Kloster als Patronatsherr nun evangelische Pfarrer berufen musste.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mönchsdeggingen v. a. infolge der Schlacht bei Nördlingen schwer zerstört. Um den Bevölkerungsverlust auszugleichen wurden 1684 aus Pfalz-Neuburg vertriebene Juden angesiedelt. In den folgenden zwei Jahrhunderten übten diese einen nachhaltigen Einfluss auf Wirtschaft, Kultur und das Ortsbild des Dorfes aus. 1879 – infolge von Abwanderung gen Übersee und nach Nördlingen – löste sich die jüdische Gemeinde auf.

1802 wurde das Kloster aufgelöst. Mit der Rheinbundakte 1806 kamen der Ort und das säkularisierte Kloster zum Königreich Bayern. 1818 entstand mit dem Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde. 1950 übernahm die Kongregation der Missionare von Mariannhill die alten Klostergebäude als Noviziat für ihre angehenden Priester.

Am 11. Dezember 1930 wurde der Name der Gemeinde amtlich von Deggingen in Mönchsdeggingen geändert.[2]

Im Jahr 2007 feierte der Ort sein 1000-jähriges Bestehen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Merzingen, Schaffhausen und Ziswingen eingegliedert.[2] Untermagerbein kam am 1. Januar 1976 hinzu. Rohrbach folgte schließlich am 1. Mai 1978.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft acht, im produzierenden Gewerbe 52 und im Bereich Handel und Verkehr neun sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 51 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 552. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 71 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.300 ha, davon waren 1.022 ha Ackerfläche.

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