Rain

Rain ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Rain.

Sie liegt ca. 40 km nördlich von Augsburg, nahe der Mündung des Lechs in die Donau. Vor der Landkreisgebietsreform am 1. Juli 1972 gehörte die Stadt zum Landkreis Neuburg an der Donau.

Stadtgliederung

Ortsteile sind Agathenzell, Bayerdilling, Brunnen, Etting, Gempfing, Hagenheim, Hausen, Holzmühle, Kopfmühle, Mittelstetten, Neuhof, Nördling, Oberpeiching, Rain, Sägmühle, Sallach, Schlagmühle, Staudheim, Strauppen, Tödting, Überacker, Unterpeiching, Wächtering und Wallerdorf.

Geschichte

Die erste Erwähnung der Stadt in einer Urkunde des Klosters Niederschönenfeld datiert vom 4. Juli 1257, sie wird dort als „civitas nostra“, als herzogliche Stadt, bezeichnet. Mit großer Wahrscheinlichkeit verdankt Rain seine Gründung zwischen 1248 und 1253 dem bayerischen Herzog Otto II., spätestens aber Herzog Ludwig II. vor 1257. Dazu wurde damals der etwas südlicher in Richtung Bayerdilling gelegene Ort Brucklach umgesiedelt. Heute zeugt nur noch die Brucklacher Straße von diesem abgegangenen Dorf. Wesentlich für die Stadtgründung dürften wirtschaftliche und strategische Gründe wie die Sicherung des Herzogtums Bayern nach Nordwesten gewesen sein. Die Stadt Rain nahm den herzoglichen Zoll an der Lechbrücke ein.

1372 erhielt Rain die niedere Gerichtsbarkeit verliehen und wurde Sitz eines herzoglich-bayerischen Landgerichts.

1394 erhielt die Stadt das Umgeldrecht aus der Salzniederlage. Der Salz-, Wein-, Vieh-, Eisen- und Brückenzoll brachte Rain die dritthöchsten Einnahmen innerhalb Bayerns nach Ingolstadt und Friedberg. Sie gingen durch den Landshuter Erbfolgekrieg 1505 verloren. Während des Krieges erfolgte die Gründung von Pfalz-Neuburg, so wurde Rain Grenzstadt in drei Richtungen. Nur in Richtung Süden und Südosten war kein Ausland.

In der Schlacht bei Rain am Lech im Dreißigjährigen Krieg versuchte am 14./15. April 1632 Graf von Tilly mit der bayerischen Armee vergeblich, König Gustav Adolf von Schweden bei Rain den Übergang nach Bayern zu verwehren. Der kaiserliche Feldherr musste sich mit seinen Truppen nach Ingolstadt zurückziehen und starb dort am 30. April 1632 infolge einer Schussverletzung am Bein.

1806 wurde Rain und Umgebung dem neuen Altmühlkreis zugeordnet, 1810 dem Oberdonaukreis.

Durch die am 29. November 1837 von König Ludwig I. veranlasste Reform verlor die Stadt ihre niedere Gerichtsbarkeit. Das Landgericht Rain wechselte 1838 zum neuen Regierungsbezirk Oberbayern, war seit 1862 dem neuen Bezirksamt Aichach zugeordnet und ab 1880 dem schwäbischen Bezirksamt Neuburg an der Donau. Das Amtsgericht Rain fiel 1932 Sparmaßnahmen zum Opfer.

Am 1. Juli 1972 fand mit der Gebietsreform in Bayern die letzte Veränderung in der Landkreiszugehörigkeit statt. Die ursprünglich altbayerische Stadt Rain und ihr Umland wurden schwäbisch und gehörten zum neuen Landkreis Nördlingen-Donauwörth, der am 1. Mai 1973 seinen jetzigen Namen Landkreis Donau-Ries erhielt.

Mit ganzjährigem Programm, Konzerten, Ausstellungen, Vorträgen, Unterhaltung, Festen und Aktionen beging Rain im Jahr 2007 das 750-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Gempfing, Oberpeiching, Sallach und Staudheim eingegliedert. Am 1. Januar 1975 kamen Bayerdilling, Etting, Wächtering und Wallerdorf hinzu. Mittelstetten wurde am 1. Januar 1977 eingemeindet. Unterpeiching folgte am 1. Mai 1978. Die Stadt vergrößerte sich durch die Eingemeindung dieser Orte beträchtlich.

Museen

In der Stadt befinden sich das Gebrüder-Lachner-Museum, das Jean-Daprai-Museum und ein Heimatmuseum.

Bauwerke

Das Rokoko-Rathaus steht exponiert in der Stadtmitte und wurde 1759 bis 1762 errichtet. Unter Leitung des Münchener Architekten Erwin Schleich und des örtlichen Architekten Anton Fuchs wurde durch den Erweiterungsbau (1985–1987) und die Generalsanierung des Rokoko-Gebäudes sowie des sogenannten Altherr-Hauses (1987–1989) der heutige Rathaus-Komplex geschaffen. Sehenswert sind außerdem die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer mit spätgotischen Fresken (um 1480), das Schwabtor, das Spital mit Allerheiligenkapelle und das ehemalige Schloss. In Rain steht auch das Tilly-Denkmal, das von der Augsburger Bürgerkongregation gestiftet und am 19. Juli 1914 auf dem Rathausplatz enthüllt wurde.

Gewerbebetriebe

Rain ist Stammsitz der Gartencenter-Kette Dehner. Sie beschäftigt dort über 1100 Arbeitnehmer.

Ansässig ist auch die deutsche Tochtergesellschaft des niederländischen Unternehmens Aviko als Hersteller von Kartoffelprodukten sowie das Kartoffel Centrum Bayern. Dieses organisiert nicht nur die komplette Rohstoffversorgung der Firma Aviko, sondern ist auch Bayerns größter Kartoffelvermarkter für die Landwirtschaft der Region.

Rain ist neben Ochsenfurt und Plattling eines von drei Werken der Südzucker AG in Bayern mit etwa 240 bis 280 Mitarbeitern. Der Einzugsbereich umfasst Schwaben, Oberbayern und auch Teile von Baden-Württemberg. Die Stadt ist Hauptsitz der terrasan Haus- und Gartenbedarf GmbH & Co. KG, die in Rain 90 Mitarbeiter beschäftigt und Produktionsstätten in acht europäischen Ländern unterhält. Im IT-Bereich ist das 1999 gegründete Unternehmen 4 sellers logic-base GmbH mit rund 100 Mitarbeitern in Rain ansässig. Seit Juni 2012 hat die Gold-Zentrale Rain seine Pforten geöffnet, und hat sich für Privatpersonen als auch für gewerbliche Kunden zu einer wichtigen Anlaufstelle für den Verkauf von Edelmetallen etabliert.

Verkehr

Die Stadt liegt an der B 16 (Ulm – Regensburg) sowie an der Bahnlinie Ulm – Donauwörth – Ingolstadt – Regensburg (Bayerische Donautalbahn). Der Bahnhof Rain wird unter der Woche stündlich pro Richtung, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zweistündlich angefahren.

Seit 15. Oktober 2010 ist die Süd-Ost-Umgehung fertiggestellt, die das Stadtgebiet Rain vom Durchgangsverkehr entlastet. Der erste Bauabschnitt von der Bundesstraße 16 bis zur Neuburger Straße (mit Anbindung der Kreisstraße nach Staudheim und der Staatsstraße nach Gempfing) wurde am 15. September 2007 seiner Bestimmung übergeben, der zweite Abschnitt von der Neuburger Straße bis Unterpeiching wurde 2010 realisiert.

Seit 2009 liegt Rain (Lech) aufgrund einer Änderung der Streckenführung an der Romantischen Straße.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rain_(Lech) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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