Wemding

Wemding ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Wemding.

Die Stadt liegt am Rande des durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Ries-Kraters im Geopark Ries.

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Stadtteile

Geschichte

Im Jahre 793 wurde Wemding zum ersten Mal als Uemodinga in einer Schenkungsurkunde des Grafen Helmoin aus Gosheim (bei Huisheim) (Kaozesheim) erwähnt. Dieser hatte von Karl dem Großen das Recht erhalten, das Land um Gosheim (etwa 9,35 km²) dem Bischof in Freising zu schenken. Zu dieser Zeit bestand Wemding aus vier Höfen:

  • Maiershof
  • Katzensattelshof
  • Sandbichelshof und
  • Seegartenhof

(…) auch in jenem Walde, der zu Wemodinga gehört – eben dort sollen die Vorsteher dieser Kirche das Recht haben, Bauholz zu fällen, so viel nötig ist und Holz für Feuer (…)[2]

798 schenkte König Karl Wemding dem Kloster St. Emmeram in Regensburg, in dessen Besitz die Stadt 500 Jahre lang blieb. Das bedeutete, dass das Kloster und der Bischof als Lehnsherren fungierten und über die Lehnsträger bestimmen konnten. Geistlichen Einrichtungen auch weltliche Verwaltungsrechte und damit Macht zu übertragen war Teil des Regierens von Karl I. im Einklang mit der Kirche. So baute der König auch zahlreiche Kirchen, Klöster, Kathedralen und Pfalzen und setzte sich für den Katholizismus als Reichsreligion ein.

Von 898 bis 935 bekam die Edelfrau Winpurc aus Nördlingen Wemding als Lehen. Zu dieser Zeit hatte Wemding schon 200 Einwohner. Dies lässt sich dadurch erklären, dass der Ort an einer Römer- und einer Salzstraße lag, also sehr viele Händler und anderer Verkehr den Ort passierten.

Im 11./12. Jahrhundert wurde Wemding als Lehen an die Edelfreien von Werd (Donauwörth) vergeben, später an die mächtigen Grafen von Grögling-Hirschberg und nach deren Aussterben fiel Wemding an die mit ihnen verschwägerten Grafen von Oettingen. 1343 erhoben die Grafen von Oettingen den Ort zur Stadt. Vermutlich am 11. November 1394 wurden in Wemding 10 Waldenser auf Betreiben des Eichstätter Bischofs Friedrich IV. von Oettingen zum Tode verurteilt und verbrannt. 1467 ging die Stadt in den Besitz des Herzogs Ludwig des Reichen von Niederbayern über.

Anfang des 17. Jahrhunderts kam es in der Stadt in zwei Wellen zu heftigen Hexenverfolgungen. Unter dem Richter Dr. Gottfried Sattler wurden in den Jahren 1609/10 zehn Menschen wegen Hexerei hingerichtet. 1611 wurde der Richter in Zusammenhang mit der Hexenverfolgung wegen des Verdachts auf Unterschlagung von mehr als 3000 Gulden festgenommen, verurteilt und 1613 schließlich in Markt Schwaben hingerichtet. Aber schon 1628/29 kam es zu einer zweiten Welle der Verfolgung. Den Richtern Baltasar Vogl, Dr. Johann Valentin Schmid und Dr. Wolfgang Kolb fielen weitere 39 Menschen in Wemding zum Opfer. Die Verfolgung fand erst mit dem ungeklärten Tod Wolfgang Kolbs ein Ende. Der Richter hatte sich durch Einführung neuer Foltermethoden besonders hervorgetan.

1669 bis 1672 wurde das Kapuzinerkloster umgebaut. 1808 kam es zum Verlust der städtischen Selbstverwaltung, die erst 1818 durch das Gemeindeedikt in Bayern wieder errichtet wurde.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 erfolgte die Eingemeindung von Amerbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die Wallfahrtskirche Maria Brünnlein (geplant und erbaut von Dominikus Zimmermann und Johann Baptist Zimmermann von 1748 bis 1752, geweiht 1781, 1998 zur Basilika minor erhoben, saniert von 1999 bis 2003)
  • Die Stadtpfarrkirche St. Emmeram (Abbildung links) ist das Wahrzeichen der Stadt Wemding. Ihre zwei Türme mit den zwiebelförmigen Kuppeln sind 65 Meter hoch.
  • Das Geburtshaus (genannt Fuchshäuschen) des Botanikers Leonhart Fuchs liegt am Wemdinger Marktplatz. Das Häuschen war früher ein Nebengebäude des Bürgermeisterhauses (heute Bank).
  • Die Wemdinger Zeitpyramide wurde anlässlich der 1200-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1993 mit einem Steinquader begonnen. Dieser Zeitraum des Bestehens wird in der Skulptur konzeptuell zum Ausdruck gebracht, indem die (aus 120 Steinquadern bestehende) Pyramide alle zehn Jahre um einen Stein erweitert wird.

Museen

  • Das Heimatmuseum der Stadt informiert über die heimatgeschichtliche Vergangenheit, alte Handwerke, Militaria und religiöse Volkskunde. Es befindet sich im „Haus des Gastes“ und hat jeden Sonntag von 14 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.
  • Der Folterturm mit Dokumentation der Hexenprozesse
  • Das KunstMuseum Donau-Ries mit wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen

Verkehr

Die ehemalige Bahnstrecke Nördlingen–Wemding wurde 1903 eröffnet. Bis 1981 fuhren dort Personenzüge. Montags bis samstags bestehen Busverbindungen der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries in verschiedene Richtungen.

Unternehmen

Der französische Automobilzulieferer Valeo unterhält in Wemding ein Werk mit rund 1.200 Beschäftigten.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wemding aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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